Schilddrüsenautonomie

Bei einer Schilddrüsenautonomie werden unabhängig von den Steuerungsmechanismen der Hirnanhangdrüse zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Das kann in einem oder mehreren Knoten (Autonome Adenome) oder aber diffus in der gesamten Schilddrüse geschehen (disseminierte Autonomie).

Ursachen der Schilddrüsenautonomie

Die konkreten Ursachen lassen sich im Einzelnen nicht immer genau feststellen.

Es wird davon ausgegangen, dass in vielen Fällen chronischer Jodmangel zu einer Aktivierung von Wachstumsfaktoren in der Schilddrüse führt. Die Schilddrüsenzellen versuchen trotz Jodmangel mehr an Schilddrüsenhormonen zu produzieren und koppeln sich vom eigentlich gut funktionierenden Regelkreis ab und werden autonom. Das kann in einem Adenom (autonomes Adenom), an einer Stelle (unifokale Autonomie), an mehreren Stellen (multifokale Autonomie) oder sehr vielen Stellen in der ganzen Schilddrüse (disseminierte Autonomie) geschehen.

Bei einer unfokalen Schilddrüsenautonomie können häufig auch genetische Veränderungen (Mutationen) festgestellt werden. Eine einmal bestehende Autonomie heilt in der Regel nicht spontan aus.

Symptome der Schilddrüsenautonomie

Autonomien entstehen in der Regel schleichend. Am Anfang merkt der Patient zunächst nichts davon.

Zum Ausgleich der Überproduktion von Schilddrüsenhormon in den autonomen Zellen können die gesunden Schilddrüsenzellen ihre Hormonproduktion durch Gegensteuerung der Hirnanhangsdrüse drosseln, so dass die Gesamtbilanz der Schilddrüsenhormonproduktion ausgeglichen werden kann und im Blut noch keine erhöhten Schilddrüsenhormonspiegel festgestellt werden können (latente Hyperthyreose). Mit Fortschreiten der Autonomie oder bei zusätzlicher Jodzufuhr kommen die körpereigenen Regulationsmechanismen an ihre Grenzen und es kommt zu einem erhöhten Schilddrüsenhormonspiegel im Blut (manifeste Hyperthyreose).